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Großes Leinblatt

(Thesium bavarum)

VI — IX Home Wiesen, lichte Wälder, Böschungen
25 — 60 cm indigen NT
Thesium bavarum
Synonyme: Linosyris montana, Thesium linophyllon ssp. montanum, Thesium montanum, Großer Bergflachs, Bayrisches Leinblatt, Berg-Leinblatt. Geophyt, mont. Bei jeder Blüte sitzen 3 Hochblätter. Das meist 5-zipfelige Perigon ist zur Fruchtreife bis auf den Grund eingerollt. Der Blütenstand ist eine Thyrse. Die dunkelgrünen Laubblätter sind 3 — 5-nervig (Lit). Die zerstreut bis selten vorkommende Art ist in Ost-Tirol, Kärnten, Steiermark, Ober- und Niederösterreich und Burgenland zu finden. In der Böhmischen Masse kommt sie nicht vor, im nördlichen Alpenvorland ist sie vom Aussterben bedroht, im pannonischen Raum stark gefährdet und im südöstlichen Alpenvorland gefährdet (Lit). Weltweite Verbreitung und Gefährdung siehe Royal Botanic Gardens KEW.
 
Thesium bavarum
Alle Thesium-Arten sind Halbschmarotzer, die mittels Haustorien die Wurzeln der Wirtspflanzen anzapfen, um ihnen Nährstoffe zu entziehen. Durch ihre grünen Blätter und Stängel sind sie zur Photosynthese befähigt.
 
Thesium bavarum
Blattnerven: 3-5; sie sind nur undeutlich zu erkennen. Aufnahmen: 13.06.2011 San Romedio

Wikipedia

Aus der Flora von Oberösterreich 1876

"461. T. Linophyllum. L. sp. (Gemeiner B.)
Wurzel spindelig, zuletzt ästig, vielstengelig, auslaufend oder ohne Ausläufer. Stengel aufrecht, aufsteigend oder liegend, kantig, kahl wie die ganze Pflanze, oberwärts pyramidenförmig, oder rispig-ästig mit trugdoldig verzweigten Blüthenästchen; Blüthenästchen abstehend, in der Regel länger als die Frucht. Blätter sitzend, lineallanzettlich oder schmallanzettlich zugespitzt, ganzrandig, dicklich, 3 — 5 nervig, nebst Deckblättern gelblich oder bläulichgrün. Deckblätter zu 3, am Rande so wie die Aestchen glatt, oder kaum merklich schärflich, das mittlere ungefähr so lang als die Frucht. Perigone meist 5spaltig, klein, auswendig grün, inwendig weiss. Früchte ellipsoidisch, grün, 5riefig, 3mal länger als der eingerollte Perigonsaum. Durch den trugdoldigen Blüthenstand (blühende Aestchen gabelspaltig mit einer 3. Blüthe im Gabelwinkel) von allen folgenden Arten zwar verschieden, durch Fehlschlagen aber die Trugdolde sehr unregelmässig, oft traubenförmig.
Juni — Aug.


Aendert ab:

  • α minus. Neilr. (T. intermedium Schrd. — T. linophyllum E. B.) Wurzel in der Regel gelbliche, zerbrechliche, unterirdische Ausläufer treibend; Stengel 0,5 — 1' hoch. Blätter ungefähr 1''' breit, undeutlich 3nervig, gelblichgrün.
  • β majus. Neilr. (T. montanum Ehrh.) Ausläufer in der Regel fehlend, die ganze Pflanze kräftiger; Stengel 1,5 — 2,5' hoch; Blätter 2—3''' breit, deutlich 3—5 nervig, dunkelgrün. Geht häufig in die Form α über.

Auf Haide- und Bergwiesen, unter Gesträuch auf sonnigen Hügeln, an Rainen, Wegen, auf steinigen Abhängen, besonders auf Kalk.

  • α Im Flachlande und in gebirgigen wie subalpinen Gegenden. Auf thonigen Bergäckern am Pöstlingberge, auf tertiärem Kalksand des Pfennigberges u. s. hier und da auf Mühlkreisäckern. Zerstreut über Kalkalluvium der Haide bei Neubau, Wels, auf Hügeln um Lambach, am Wege nach Wimsbach; um Kremsmünster, Steyr; in den Alpenthälern und auf Voralpen auf Kalk, am Traunsteinfusse in der Kamp, am Schafberg, am Steingebirge des Attersee’s u. s. w.
  • β Auf Kalkfelsen der Stoderberge (Langeder), am Pyhrn bei Spital (Brittinger), viel seltner als var. α."
Aus: Duftschmid, J.: Die Flora von Oberösterreich, II. Band (Seite 391), Linz 1876, Verlag Ebenhöchsche Buchhandlung.
Zum Ortsverzeichnis einiger der bei Duftschmid angegebenen Standorte

 

 Letzte Bearbeitung 16.10.2026

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